www.unequipped-benchpress.de
1976 - 2012
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http://www.youtube.com/watch?v=ptB6SyXFO_4]
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Die Ursprünge des heutigen Wettkampfbankdrückens reichen zurück bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Beim "belly toss" ("vom Bauch hoch schleudern") versuchte der Heber - rücklings auf dem Boden liegend - mittels einer Brücke, die Hantel auf die gestreckten Arme zu bekommen. 1902 wurden so von George Lurich (Estland) 200 kg bewältigt; 1931 wurde diese Marke von Bill Lilly (USA) sogar auf 220 kg verbessert. Neben diesem "press on back with bridge" gab es noch den "press on back without bridge", bei dem die Hantel nur mit den Armen zur Hochstrecke gebracht werden durfte. Der legendäre George Hackenschmidt (Estland) stellte in dieser Disziplin 1898 mit 163 kg darin einen Weltrekord auf.
In den 1930er Jahren wurde unter amerikanischen Bodybuildern eine Form des Drückens gebräuchlich, bei dem der Heber auf einer Kiste, einem Holzklotz oder einer Bank lag. Hantelständer gab es nicht. Die Hantel wurde vielmehr von zwei Helfern angereicht ("assisted benchpress") oder mußte selbst auf die Brust befördert werden ("unassisted benchpress"). Aus dieser neuen Trainingsübung für den Oberkörper entwickelte sich rasch die Wettkampfdisziplin "press on box or bench". Bereits 1939 formulierte die AAU (Amateur Athletic Union) Regeln für eine wettkampfgerechte Ausführung. Die Hantel wurde von Helfern auf die Brust des Hebers gelegt. Aus dieser Ruhelage mußte gedrückt werden. Das Gesäß durfte nicht angehoben werden. Das Bankdrücken wurde bald bei allen Kraftsportlern populär. Im Rahmen von Showveranstaltungen oder im Beisein vertrauenswürdiger Zeugen wurde um neue Bestleistungen gerungen. Als Traummarke galten die 400 lbs (181 kg).
Die "offizielle Weltbestleistung" stand im Jahre 1949 bei 388 lbs (176 kg), aufgestellt von dem nur 105 kg schweren Don Arnold (USA). Doug Hepburn (Kanada) drückte als erster 400 lbs (181 kg). Er dominierte das Bankdrücken der 1950er Jahre und steigerte die Absolutrekorde deutlich. Nach 400 lbs im Jahr 1950 ließ er bereits ein Jahr später 450 lbs (204 kg) und im Jahr 1955 550 lbs (249 kg) folgen. Ausnahmeerscheinungen in den 1950er Jahren waren auch die Bodybuilder Marvin Eder (USA, 90 kg) mit 217,5 kg und Reg Park (GB, 110 kg) mit 227,5 kg (1954). Roger Vallee (Kanada) erreichte im Jahr 1952 mit nur 75 kg Körpergewicht 185 kg. 1950 wurde von Robert L. Burns (USA) noch einmal der alte "belly toss" gezeigt, und er stellte mit 555 lbs (251 kg) eine neue Bestleistung auf. Im "supine lift" ("auf dem Rücken liegend") oder "press on back without bridge" wurden von Bob Samuels 400 lbs (181) kg erreicht. "Belly toss" und "supine lift" waren aber wohl eher Übungen zur Kraftdemonstration im Rahmen von "zirzensischen Vorführungen" und für einen Wettkampfbetrieb ungeeignet. Als Wettkampfdisziplin setzte sich dann auch das "moderne Bankdrücken" mit Hantelständern durch.
In der Mitte der 1950er Jahre wurde die wohl "amerikanischste" aller Kraftübungen von den osteuropäischen Gewichthebern und Werfern übernommen. Dort dürfte es zu ähnlichen Leistungsentwicklungen gekommen sein wie in den USA und Kanada. Das nun gebräuchliche Drücken aus Ständern galt aber den Traditionalisten als "cheating". Sie verlangten vielmehr, daß der Heber die Hantel vom Boden aufnahm, sich damit hinlegte, zwei Sekunden wartete, um dann den Drückvorgang zu vollenden ("unassisted benchpress"). Auf diese Weise wurden 1954 von John Davis (USA) 425 lbs (192,5 kg) bewältigt. Zu Beginn der 1960er Jahre gab es in den USA ungefähr 20 Heber, die die 400 lbs-Marke erreicht hatten. In den kommenden Jahren bestimmte ausschließlich Pat Casey (USA) die Steigerungen der Absolutrekorde. Nur Paul Anderson hätte hier eingreifen können. Anderson war aber ab 1957 Berufsathlet. Der Kanadier Jean Louis Auger konnte seine 620 lbs (281 kg) aus dem Jahre 1964 bei Wettkämpfen nicht bestätigen. Pat Casey war der erste Mensch, der offiziell 600 lbs (272 kg) erreichte. 1967, im gleichen Jahr, erzielte er seine Bestleistung von 617 lbs (279 kg) und beendete im Alter von 29 Jahren seine Karriere.
Mehr als ungewöhnlich auch die Leistungen von Karl Norberg (Schweden, USA). Der erst sehr spät zum Kraftsport gekommene Norberg drückte Mitte der 1960er Jahre 200 kg und mehr - in einem Alter von über 70 Jahren. Im Jahr 1965 wurden alle Weltbestleistungen gelöscht und das Regelwerk überarbeitet. In den USA und Kanada war das Powerlifting sehr populär. Nur in wenigen Ländern außerhalb Nordamerikas wurde Bankdrücken - als Einzeldisziplin oder im Rahmen des Powerliftings - wettkampfmäßig betrieben. Die ersten Wettkämpfe in Deutschland gab es zu Beginn der 1960er Jahre. Im Rahmen von Bodybuildingmeisterschaften wurden auch "Kraftdreikämpfe" veranstaltet. Häufig wurde das Kreuzheben durch den Langhantel-Curl ersetzt oder ersatzlos gestrichen. In Großbritannien nannte sich diese Art des Kraftmehrkampfes "strength set". Jim Williams (USA) schaffte 1970 284 kg, ein Jahr später als erster Mensch 300 kg und im Jahr 1972 306 kg.
Im Jahre 1971 wurde in den USA die IPF, (International Powerlifting Federation) gegründet. Bankdrücken war aber schon einige Jahre zuvor eine Wettkampfdisziplin mit einem Regelwerk, das dem heutigen sehr ähnlich war. Dies betraf auch die Pause auf der Brust. Seit 1962 wird eine "sichtbare Pause" gefordert. In den Jahren davor verlangte das Regelwerk eine "ewig lange Pause" von 2 Sekunden .
1972 begann die "Bankdrückgegenwart", und der Webmaster machte zum ersten mal Bekanntschaft mit dem Bankdrücken. Der bekannte Weltklasse-Werfertrainer Dr. Rudi Hars forderte mich im Kraftraum des ASV Köln auf "drück mal", und zeigte auf die 65 kg-Hantel. Es mögen nur 6 bis 8 Wiederholungen gewesen sein, trotzdem war er zufrieden. Ich selbst war - mangels Talent als Werfer - immer öfter im Kraftraum zu finden und erreichte 1976, nach 2 Jahren Trainingspause, 100 kg. Ein Jahr später 150 kg und im Jahr 1983 200 kg. Kurz zuvor wurden Kraftdreikampf und Bankdrücken als offizielle Wettkampfdisziplinen vom Bundesverband Deutscher Gewichtheber (BVDG) eingeführt.
1982 fanden in Berlin die ersten Deutschen Meisterschaften statt und 1990 in Rüsselsheim, Deutschland die ersten Weltmeisterschaften. Im Jahre 2001 bildete sich ein eigenständiger, nationaler Verband - Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer (BVDK). Im Jahr 1983 tauchten auch erstmals Bankdrückshirts auf, die den Heber beim Drückvorgang unterstützten. Von 1986 bis 1992 verboten, feierten sie 1993 eine Wiederauferstehung. Bald mit noch mehr Unterstützung für den Träger. Inzwischen nimmt diese Verwendung von "Textilhilfen" bizarre Formen an. Die Heber, die auf den Shirtgebrauch trainiert sind, erreichen "Leistungssteigerungen", die selbst mit verbotenem Doping nicht zu erreichen sind. Der eigentliche Sinn des Powerliftings, die Abfrage der "rohen Körperkraft" im Gegensatz zum technisch hochkomplizierten Olympischen Zweikampf der Gewichtheber, scheint verloren gegangen zu sein. Es wird interessant sein, zu beobachten, wo diese Entwicklung hinführt. Bei Ausnahmeathleten werden bereits Leistungsüberhöhungen von 60 kg - 80 kg und mehr erreicht.
Der ehemalige Bundesliga-Gewichtheber und aktive Strongman Enrico Schütze war im Jahre 2006 der Initiator und Gründer eines RAW-Verbandes. Am 09.12.2007 fanden in Schwerin die ersten Deutschen Meisterschaften im Bankdrücken der German RAW Association (G-RAW-A) statt. Der Verband IRP (International Raw Powerlifting), ebenfalls gegründet von Enrico Schütze, macht ab 2011 internationale Wettkämpfe möglich. Im jährlichen Wechsel sollen Europameisterschaften (12.11.2011 Danzig, Polen) und Weltmeisterschaften stattfinden.
Auch beim WPC-Germany werden seit 2011 Deutsche Meisterschaften im Raw-Bankdrücken ausgerichtet.
500+ lbs Bankdrücken nach den Regeln der IPF
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